Gegen die Kälte des Faschismus
Dem „Neujahrsempfang“ der AfD am 30.01.2026 in Bleckede entgegentreten!

Am 30. Januar 2026 lädt der Lüneburger Kreisverband der AfD zu einem „Neujahrsempfang“ nach Bleckede. Veranstaltungsort soll das „Bleckeder Haus“ am Schützenweg an der Elbe sein.
Die AfD will ausgerechnet am 30. Januar 2026 ihren „Neujahrsempfang“ durchführen. Der Lüneburger Kreisverband der AfD zeigt damit keine traurige Geschichtsvergessenheit, sondern ihren Wunsch nach Rückkehr des Faschismus. Am 30. Januar jährt sich der Beginn der Nazi-Diktatur, die Millionen Menschen das Leben kostete und die Grundlagen der Menschlichkeit und Demokratie zerstörten. Dieser Tag markiert nicht nur den Beginn einer Diktatur, sondern auch den Start eines Vernichtungsfeldzugs gegen die Menschlichkeit.
Gegen diese rechte Hetzveranstaltung werden Menschen gemeinsam und vielfältig protestieren, um Haltung zeigen. Das örtliche Bündnis „Bleckede blüht bunt“ ruft zu einer Demonstration und Kundgebung in Bleckede auf. Beginn ist um 15:30 Uhr am örtlichen Rathaus (Lüneburger Str.). Gegen 17:30 Uhr findet eine Kundgebung vor dem Veranstaltungsort des „Neujahrsempfang“ auf dem Schützenplatz statt.
Antifeministische Menschenfeinde:
Für den „Neujahrsempfang“ in Bleckede kündigt die AfD zwei besondere Frauen an: Beatrix von Storch und Vanessa Behrendt. Beide stehen für den Kulturkampf von rechts gegen die Moderne und gesellschaftliche Vielfalt. Beide sind Abtreibungsgegnerinnen, Queerfeindinnen, Antifeministinnen und vertreten prominent die reaktionären Positionen der AfD gegen geschlechtliche Vielfalt, sexuelle Selbstbestimmung und queeres Leben. Die Lüneburger AfD stellt beide Rednerinnen in ihrer Einladung zur Veranstaltung damit vor, dass sich „beide einen Namen im Kampf gegen die „Regenbogenideologie“ mit all ihren widerwärtigen Auswüchsen gemacht haben“.
Beatrix von Storch ist stellvertretende Fraktionsvorsitzende der AfD im Bundestag und versteht sich nicht nur als Gegnerin des Liberalismus, sondern auch als Missionarin einer „christlich-abendländischen Erneuerung“. Mit einer Rhetorik, die an die Evangelikalen in den USA erinnert, wettert Beatrix von Storch seit Jahren gegen Abtreibung, Transrechte und die Ehe für alle. Sie warnt vor einer vermeintlichen „Ent-Christianisierung“ Deutschlands und vor einem „zunehmenden Einfluss islamischer Strömungen auf Kultur, Gesellschaft und Politik und die schwindende Rolle christlicher Werte im öffentlichen Diskurs“. Im Bundestag kämpft sie nicht für das Grundgesetz, sondern für eine „göttliche Ordnung“.
Beatrix von Storch stammt aus altem Adel. Ihr Großvater, Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk, war Hitlers Finanzminister. Er trug die Verantwortung für die Arisierung jüdischen Eigentums und wurde als Kriegsverbrecher zu zehn Jahren Haft verurteilt – eine historische Hypothek, über die sie selten spricht. Stattdessen kämpft sie gegen andere „Feinde“: Genderpolitik, Feminismus, Migration. Von Storchs Weltbild ist geschlossen. Die Frau hat der Familie zu dienen, die Familie der Nation, und die Nation einem christlichen Gott. Ihr Glaube ist kein Raum des Zweifels, sondern ein Machtinstrument – autoritär, ausschließend, reaktionär. Beatrix von Storch steht exemplarisch für eine gefährliche Symbiose: Sie verleiht dem Faschismus den Anschein moralischer Legitimität und der Religion den Glanz politischer Relevanz. In Wahrheit aber arbeitet sie an der Wiederkehr einer alten Ordnung – patriarchal, hierarchisch, autoritär. Das Kreuz, das sie hochhält, ist kein Symbol der Nächstenliebe, sondern ein Banner der Ab- und Ausgrenzung.
Vanessa Behrendt ist die „frauen- und familienpolitische“ Sprecherin der Landtagsfraktion der AfD in Hannover. Sie machte unrühmliche Schlagzeilen, als sie die Regenbogenfahne u.a. als Symbol für die „Machenschaften pädophiler Lobbygruppen, die Gefährdung von Kindern durch LGBTQ-Propaganda, das Bedrängen von Kleinkindern mit Transsexualität“ verunglimpfte. Neben ihrem Hauptthema, der Stigmatisierung queerer Lebensrealitäten, und der Hetze gegen alles, was für sie nicht als „natürlich“ gilt, das heißt schwul, lesbisch, trans, inter, nicht-binär, propagiert sie auch die Politik christlich-fundamentalistischer Abtreibungsgegner*innen.
Beide befinden sich auf einem Vernichtungsfeldzug gegen gesellschaftlichen Fortschritt, Vielfalt und Demokratie und die Menschlichkeit. Auf der Suche nach einem Feind hat die extreme Rechte in Anlehnung an die nationalsozialistische Rhetorik dem „Kulturmarxismus“ den Kampf angesagt. Der Kern des heutigen faschistischen Glaubenssystem besteht darin, das ethnische Mehrheitsgruppen „Opfer“ von Einwanderung, Multikulturalismus, Demokratie und Feminismus seien. Wenn es nach den modernen Vertretern des Faschismus ginge, sei es Donald Trump oder die AfD, sollten die Errungenschaften des Feminismus rückgängig gemacht werden; ist die Demokratie verzichtbar; sind Wissenschaft, Universitäten und Medien nicht vertrauenswürdig; die Nationen haben die Orientierung verloren und müssen ihre frühere „Größe“ wiedererlangen; Menschenrechte und Demokratie sind unnötig und Politik wird durch „Deals“ und ein Recht des Stärkeren ersetzt. Die „Alternative für Deutschland“ ist Ausdruck einer reaktionären Revolte, die eine Ideologie propagiert, die auf Rassismus, Nationalismus, männlicher Dominanz, autoritärer Formierung, Entmenschlichung und Gewalt beruht. Es ist eine gewaltsame Mobilisierung von Menschen, die nicht frei sein wollen, rund um ein Projekt der Zerstörung der Freiheit.
Für einen antifaschistischen Frühling…
Der Frühling steht vor der Tür. Doch es geht nicht nur um das Aufblühen der Natur, sondern auch um das Aufstehen gegen die wachsende Gefahr des Faschismus und der rechten Hetze, die von der AfD und ihren Unterstützer*innen verbreitet wird.
„Die Egoisten und die Rassisten dürfen nicht Oberhand bekommen. Wir stehen an der Seite der Menschen, die für eine Welt des Friedens, der globalen Gerechtigkeit und der grenzenlosen Solidarität eintreten!“
Esther Bejarano (Auschwitz-Überlebende)
Es ist unsere Verantwortung, am 30. Januar mit aller Entschlossenheit gegen die AfD und alle anderen rechten Kräfte aufzutreten. Wir dürfen nicht zulassen, dass eine Partei, die die Grundwerte der Menschheit in Frage stellt, ausgerechnet an diesem historischen Tag, der für den Beginn des Faschismus steht, ihre menschenverachtenden Ideologien verbreitet. Der 30. Januar ist kein Tag für die Zelebrierung für die Rückkehr des Faschismus – er ist ein Tag des Widerstands!
Wir werden am 30. Januar 2026 in Bleckede gemeinsam auf die Straße gehen, um zu kämpfen – für eine Welt ohne Faschismus, für eine Welt der Solidarität und der Gerechtigkeit. Wir werden der AfD keine Ruhe lassen. Gemeinsam werden wir eine Zukunft schaffen, in der die AfD keinen Platz hat.

