Antifaschistische Aktion Lüneburg/Uelzen

Kriegerdenkmäler in Lüneburg – zwischen Trauer und Heroisierung

Ein Stadtrundgang

Exemplarisch an vier Gedenkorten wird eine kritische Auseinandersetzung mit dem Lüneburger „Friedenspfad“ der „Friedensstiftung Günter Manzke“, der am 23. August 2014 eingeweiht wurde, stattfinden. Ein ca. einstündiger Rundgang führt die Teilnehmer*innen vom Dragoner-Reiter im Clamartpark zum Denkmal für Johanna Stegen, anschließend zum Gedenkstein für die Toten der 110. Infanterie-Division und zum Mahnmal für die Gefangenen in sowjetischer Kriegsgefangenschaft.

Friedensfarce

Der sog. „Friedenspfad“ soll nach eigenem Bekunden verschiedene Gedenkorte miteinander verbinden. Doch anstelle eines Beitrags des Erinnerns, Mahnens und Aufklärens, stellt sich dieses Projekt eher als ein Beitrag zu den Lüneburger Touristikevents da. Die Texte auf den erklärenden Tafeln und im Falltblatt sind stark verkürzt und blenden die geschichtlichen wie politischen Hintergründe aus. Über die Beteiligung der 110. Infanterie-Division an Kriegsverbrechen, wie z.B. die Mitverantwortung für den Tod Tausender Menschen in den Lagern von Osaritschi, erfährt mensch nichts.

Militaristische Wallfahrtsorte und nationalistische Mythen werden weiterhin präsentiert und die Opfer der Kriege und des deutschen Faschismus dazu vereinnahmt. Die Täter, seien es deutsche Kolonialisten, Kriegstreiber, Soldaten der Wehrmacht oder der Gauleiter der NSDAP, werden als Opfer präsentiert. Die eigentlichen Opfer, wie z.B. die in Massen ermordeten Herero und Nama in Afrika, die mehr als 8000 weißrussischen Zivilisten oder die in Lüneburg ermordeten KZ-Häftlinge, spielen entweder gar keine oder nur am Rande eine Rolle.

Mit einem ersten Stadtrundgang sollen die „vergessen“ Hintergründe des „Friedenspfads“ anhand vier Stationen nachgeliefert werden. Im Sinne eines kritischen Umgangs mit der Geschichte, eines würdigen Gedenkens an die Opfer von Krieg, Kolonialismus und Faschismus und für eine Zukunft ohne Krieg.

Samstag, 31. Januar 2015
14:30 Uhr
Clamartpark
Lüneburg

Eine gemeinsame Initiative von: Initiative dragoner-denk-mal-nach, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten e. V. Kreisvereinigung Lüneburg, Antifaschistische Aktion Lüneburg/Uelzen

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